Konfliktmanagement: die häufigsten Hindernisse zur Selbstbehauptung im Berufsleben

Auch wenn verschiedene Gesprächsführungstechniken zur Konfliktbehandlung (Beispiele) uns von großer Hilfe sein können, um uns Konflikten zu stellen, kann es sich auch  als nützlich erweisen, sich bewusst zu werden, dass gewisse persönliche Tendenzen und Gewohnheiten unsere Anstrengungen mindestens teilweise ruinieren können.

Es ist tatsächlich schwierig, über alle situationsbedingten und persönlichen Faktoren zu berichten, die auf die Fähigkeit, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und zum Ausdruck zu bringen, einwirken können. Was dagegen sicher ist, ist dass gewisse persönliche Bedürfnisse, die anfangs vollkommen berechtigt und verständlich sind, die Selbstbehauptung beeinträchtigen können, einst sie zu viel Raum nehmen.

HINDERNISSE ZUR ANWENDUNG DER SELBSTBEHAUPTUNG

Hiernach werden ein paar entsprechende Haltungen dargestellt, die Hindernisse zur Anwendung der Selbstbehauptung im Unternehmensbereich darstellen können:

1. Um jeden Preis geliebt werden wollen: Wie alle Menschen, wünschen wir geliebt zu werden und suchen Zuneigung. In einem beruflichen Zusammenhang hingegen kann der Wunsch, um jeden Preis geliebt und geschätzt zu werden, rasch zu einer gewissen Art der Abghängigkeit führen. Verdienen Sie zuerst den Respekt der Anderen – Sie brauchen nicht bis zur Herrschsucht zu gehen! – so gewinnen Sie sich an Achtung ihrerseits.

2. Immer von allen anerkannt werden wollen: Wenn Ihre Priorität Freundlichkeit ist, so wird Ihre Handlungsfreiheit eingeschränkt. Das Bedürfnis an Anerkennung ist wohl eine natürliche Sache, und völlig berechtigt. Durch eine ständige Berücksichtigung der Meinung der Anderen, riskieren Sie allerdings, Ihre Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit zu verlieren.

3. Um jeden Preis alle Mitglieder seines Teams überzeugen wollen: Lassen Sie Ihrem Umfeld die Willensfreiheit und das Recht, mit Ihnen uneinig zu sein. Konflikte, die gut behandelt werden, können wohl zu innovativen Ideen und sinnvollen Änderungen führen.

4. „Supermann“ sein wollen, indem man versucht jede Situation zu beherrschen: Es ist besser zu vermeiden, den Retter zu spielen und eher zu versuchen, mit den anderen eine kollektive Strategie zu erarbeiten.

5. Perfekt bei der kleinsten Handlung sein: Ein Abwehrmittel besteht darin, zu unterscheiden, was wichtig ist und klar auf diesen Prioritäten zu bestehen.

6. Versuchen Sympathie zu gewinnen, indem man sich überanstrengt: Sich selbst zu behaupten kann in diesem Fall darauf kommen, seinen natürlichen Rhytmus anzuerkennen.

7. Sich einen Misserfolg untersagen: Wer sich sagt „Ich habe kein Recht, Fehler zu begehen“ vergisst, dass nur der, der nichts in seinem Leben getan hat, keinen Fehler gemacht hat.

8. Sich widersprüchliche Ziele setzen:  Um ehrgeizige und treffende Ziele zu erreichen, sollte man zuerst ein attraktives und realistisches Ziel festlegen, sich die verschiedenen Etappen vorstellen, und überprüfen, ob dieses Ziel mit den eigenen Werten und Bedürfnissen, sowie seinem Umfeld, in Übereinstimmung steht. Ein weiteres Beispiel von widersprüchlichen Zielen ist, wenn man Verantwortungen übernimmt und dabei trotzdem hofft, jeglichen Konflikt vermeiden zu können. Doch die Erfahrung zeigt, dass große Enttäuschungen daraus kommen können!

Der Artikel „Konfliktmanagement: zwei konkrete Selbstbehauptungs-Anwendungsbeispiele“ bespricht zwei konkrete Fälle von potentiell konfliktreichen Situationen, die zur Management-Praxis gehören, und nämlich 1) das Abmahnungsgespräch und 2) das Frühpensionierungsgespräch.