Gesundheitsmanagement: die Folgen eines zu hohen Stressniveaus auf das Berufsleben

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Gesundheitsmanagement: die Folgen eines zu hohen Stressniveaus auf das Berufsleben

Wie wir es in unserer "Einleitung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement" geseh en haben, reagieren die durch die Globalisierung und die Schnelligkeit des technologischen Wandels destabilisierten Führungskräfte auf verschiedene Arten. Obwohl diese Reaktionen von der einen Person zur anderen sehr unterschiedlich sein können, sind all diese die Folgen eines  überhöhten Stressniveaus, sowie der Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem erhöhten Druck zu handeln.

Man sieht wie sich daraus verschiedene Abhängigkeiten (von Arbeit, Alkohol, Tabak, Drogen, Medikamenten…), sowie ein Konzentrationsverlust und Schwierigkeiten im Privatleben (bis zur Depression oder zum Burn-out), entwickeln können.

Die Wirkung auf das Berufsleben kann also sehr verschieden sein. Einerseits können gewisse Führungskräfte "arbeitssüchtig" werden – was das Niveau der Müdigkeit erhöht und damit das Fehlerrisiko. Man kann der Entstehung eines Teufelskreises zusehen: mehr Arbeit, also mehr Müdigkeit, also mehr Fehler – und um dies auszugleichen, noch mehr Arbeit!

Andere werden im Gegenteil ihre Anstrengungen auf das Minimum reduzieren, um zu versuchen, ihre Kräfte zu schonen. Wodurch diese Passivität notwendigerweise auf die Motivation ihres(r) Teams übertragen wird. Gewisse Menschen werden zum Beispiel Informationen blockieren und dadurch Konflikte erzeugen – was sogar zu einer Steigerung des Turnover ihrer Mitarbeiter führen kann.

Beispiel: Man kann den Fall dieses Unternehmensleiters zitieren, der aus Angst, dass seine Unkenntnis der neuen Technologien bekannt werden könnte, einen Teil der Geschäftsführung unter Druck setzte, um sie dazu zu bringen, der Einführung einer gewissen Produktionstechnik zu widerstehen!

In extremen Fällen kann eine Führungskraft versuchen, ihre Kompetenzlücken oder ihre Verantwortungen auf die Schultern ihrer Mitarbeiter abzuwälzen, was zu Mobbingsituationen führen kann. Konkret kann man sich den Fall eines Verkaufsleiters vorstellen, der jedesmal, wenn die Verkaufszahlen das erhoffte Niveau nicht erreichen, seinen Mitarbeitern die Schuld gibt und sich den Verdienst zuschreibt, wenn das Resultat positiv ist. Das Unbehagen der Führungskraft kann dadurch auch schnell von den Mitarbeitern verspürt werden, vielleicht sogar in einer verstärkten Form! Zudem wird wahrscheinlich dabei die Umfeldanalyse vergessen, sodass die Ursachen für den Verkaufsrückgang unbekannt bleiben werden.

Auf alle Fälle wird dieses, mit dem Stressniveau verbundene Unbehagen, die Anpassungsfähigkeit des Mitarbeiters vermindern, sei es gegenüber dem Wandel der Markttrends oder der Erscheinung neuer Technologien. Die Konsequenzen einer solch angespannten Haltung werden sowohl auf der persönlichen wie der beruflichen Ebene verspürt werden, was mit der Zeit einen Einfluss auf das Privatleben der Person h aben wird.

Es gibt keine einfache Lösung zu diesen Problematiken. Es ist tatsächlich notwendig, gleichzeitig auf verschiedenen Entwicklungsachsen zu arbeiten, wie wir es im Artikel "Wie Unternehmen die Work-Life Balance ihrer Mitarbeiter fördern können" sehen werden.

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